Lobende Erwähnung Solarhaus I
Dietrich Schwarz, Dipl. Architekt ETH/SIA, Domat / Ems, Schweiz
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Technische Daten

Baujahr:
1996-1997

Einsatz der Solarwärme:
Warmwasserbereitung,
Heizungsunterstützung

Kollektortyp:
TWD-Fassade
und Flachkollektor

Kollektorfläche:

TWD-Fassade: 233 m2
WW-Kollektor: 8 m2

Speichervolumen:

47 m3 Beton, 1.000 l Wasser

Beheizte Fläche:
160 m2

Restwärmedeckung:

keine

Beurteilung der Jury (Auszug)

Auch bei bester Optimierung des Materialeinsatzes für Bau, Sanierung und Betrieb von Gebäuden verbleibt in unserem Kulturbereich immer noch ein Bedarf an Ressourcen. Es stellt sich deshalb die Frage, wie durch Intelligenz und ökologisch orientierte Verhaltensweisen der Einsatz nicht regenerierbarer Ressourcen und Energieträger reduziert werden kann. Vor allem der Einfamilienhaus-Bau liefert stets wieder Anlass zu Veränderungen und Varianten der Bau- und Haustechnik, um ein schadstoffarmes Bauen und einen umweltbewussten Betrieb zu begünstigen. Das vorliegende Projekt deckt den Wärme- und Kraftbedarf weitgehend durch die Nutzung von Sonnenstrahlung und betrachtet das ganze Haus als Teil eines Kollektorsystems.
Zu Beurteilung stand - unter ökologischen Gesichtspunkten - das Verhältnis zwischen dem materiellen Aufwand für die Erstellung des Gebäudes, und dem energetischen Vorteil gegenüber heute gebräuchlichen Niedrig-Energie-Bauweisen. Das vorliegende Projekt liefert jedenfalls in seiner architektonischen Haftung einen interessanten Beitrag.
Projektbeschreibung

Diesen Solarhäusern liegt ein konsequentes Konzept zu Grunde; der gesamte Energiebedarf (elektrisch und thermisch) wird mit solarer Energie gedeckt. Um dies zu erreichen wurden neue Konstruktionen mit zum Teil bauunüblichen Materialien entwickelt.
Faszinierend ist, dass durch die gezielte Ausrichtung auf das Sonnenlicht neue Raumeindrücke, Formen und nicht zuletzt eine neue Ästhetik entsteht.
Im Gegensatz zu anderen Solarhäusern ist die Kollektorfläche nicht auf das Dach beschränkt, sondern das Haus ist selber ein riesiger Kollektor. Die TWD-Kollektorwand eignet sich für die sonnenbeschienenen Fassaden, nicht aber für die Nordfassade. Es entsteht ein paradoxes Solarhaus mit fassadenhohen, lichtundurchlässigen Kollektoren im Süden, Osten und Westen, welche folglich durch geschosshohe Fenster getrennt sind. Da der Energieeintrag im Norden sehr gering ist, wird dort auch kein Speicher benötigt. Dieser Umstand wird genutzt, die gesamte Nordfassade als TWD-Lichtwand auszugestalten. Im Innern entsteht ein heller, fünf Meter tiefer Raum mit massiven Sichtbetonwänden. Diese wirken im Winter wie ein riesiger Kachelofen, geben angenehme Strahlungswärme ab und verbreiten ein mediterranes Klima.