Lobende Erwähnung Solarhaus Coburg
Fink + Jocher Architekten, München, Deutschland
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Technische Daten

Baujahr:
1999

Einsatz der Solarwärme:
Warmwasserbereitung,
Heizungsunterstützung

Kollektortyp:
TWD-Absorberbrüstung

Kollektorfläche:
187,5 m2

Speichervolumen:
3.000 l

Beheizte Fläche:
1.884 m2

Restwärmedeckung:

Erdgas


Beurteilung der Jury (Auszug)

Auf angenehm zurückhaltende Weise gelingt es den Architekten, die solarthermische Anlage in die formal strenge Architektur des Geschosswohnungsbaus Bertelsdorfer Höhe zu integrieren. Der Mut zu einer technischen Eigenbauvariante wird durch die hierdurch weniger technisch wirkende Kollektorfassade belohnt. Das Projekt zeigt auch in finanzieller Hinsicht, dass zukunftsweisende Energiebedarfszahlen auch im geförderten Geschosswohnungsbau zu niedrigen Baukosten realisiert werden können. Die gewählte Fassadenintegration bietet neben der passiven Reduzierung der Wärmeverluste dank guter Orientierung beste Voraussetzungen für eine Heizungsunterstützung an.
Projektbeschreibung

Das realisierte viergeschossige Solarhaus fasst konstruktive Maßnahmen mit einem unkonventionellen Entwurfskonzept zusammen. Ein "Sonnenraum", der funktional nicht nur zur Erschließung von Räumen dient, liefert die passive Sonneneinstrahlung bis in die Gebäudemitte. Individualraume werden über diesen Raum mit Licht und Wärme versorgt.
Trotz einer sehr günstigen Energiebilanz ist die technische Ausrüstung des Gebäudes auf einem kostengünstigen, gebrauchsfähigen Niveau gehalten.
Auf der Südseite des Gebäudes wurde transparente Wärmedämmung verwendet, die hier als Sonderkonstruktion ausnahmsweise nicht verschattet ist. Werkstattvorgefertigte Kalksandsteinwände übernehmen die Wärmespeicherung des Gebäudes. Die nicht transparenten Hüllflächen weisen eine sehr hohe Wärmedämmung auf. Schmale Wandöffnungen auf der Nordseite sind mit temporär zu schließenden Klappelementen ausgestattet. Die Energiebilanz liegt ca. 40% unter der gültigen Wärmeschutzverordnung.