Lobende Erwähnung Wasserpumpstation Erlimoos
Dipl. Architekt SIA Eugen Elgart, Bettlach, Schweiz,
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Technische Daten

Baujahr:
1998

Einsatz der Solarwärme:
Warmwasserbereitung, Heizungsunterstützung

Kollektortyp:
TWD-Fassade

Kollektorfläche:
9,7 m2

Speichervolumen:

2,4 m3 Beton

Beheizte Fläche:

22 m2

Restwärmedeckung:

Strom
Beurteilung der Jury (Auszug)

Die Entscheidung, das Bauwerk einer Wasserpumpenstation in seinen wesentlichen Teilen unterirdisch anzuordnen, hat gestalterische und energetische Möglichkeiten eröffnet, die die technischen und gestalterischen Probleme der Aufgabenstellung in der Gebirgsregion der Schweizer Jurazone kostengünstig in verblüffender Weise lösen. Wenn solche Bauwerke "normalerweise" als unisolierte, belüftete Betonbauten, die elektrisch mit 4 kW geheizt werden müssen und bei denen das Problem der Kondensatbildung im Innenraum ungelöst ist, realisiert werden, wird mit dieser Lösung der notwendige Energiebedarf durch die Erdüberdeckung minimiert und die restlichen Wärmeverluste durch einen TWD-Kollektor gedeckt. Sommerliche Überhitzung wird unter anderem durch ein beschattendes Vordach vermieden. Raumentfeuchter brauchen nur noch wegen der durch den Bauvorgang oder durch das Öffnen der Türen entstehende Luftfeuchtigkeit eingesetzt werden.
Das bei oberirdischen Bauwerken in dieser Gegend Walm- oder Krüppelwalmdach gefordert werden, stellt für die vorgeschlagene Lösung einer Pumpstation kein Problem dar. Im Gegenteil: es wird ein für die technische Aufgabe angemessenes Erscheinungsbild, das sich in die eindrucksvolle Gebirgslandschaft in zurückhaltender Weise einordnet, geschaffen. Es ist zu wünschen, dass das vorgestellte Projekt den Prototyp für eine Vielzahl solcher Bauwerke in dieser Gebirgsregion darstellt.
Projektbeschreibung

Das Projekt wurde entwickelt in Konkurrenz zu der "normalen" Ausführung, d.h. zu einer unisolierten, belüfteten Betonbaute, die mit einer 4 kW-Elektroheizung (Einschalttemperatur + 15°C) und mit einem Raumentfeuchter (Arbeitstemperatur über 11°C), ausgerüstet wäre. Trotz des großen Energieeinsatzes ist das Problem des Kondenswassers in den bekannten Objekten ungelöst. Je nach Jahreszeit entsteht Kondensat an den Wasserleitungen, an den Wänden oder an den Elektrokontakten.
Das Objekt befindet sich in der Juraschutzzone, wo nur eine bauernhaustypische Dachform (Walmdach oder Krüppelwalmdach) zulässig ist. Bei einem Gebäude von 4 x 4 m Größe würde eine ästhetisch unbefriedigende Lösung entstehen. Aus Sicherheitsgründen darf das Gebäude keine Fenster aufweisen.